Bitcoin ist digitales Geld, das ohne Bank oder andere Mittelsleute funktioniert. Gedacht war es als elektronisches Zahlungsmittel – heute dient es vor allem als Geldanlage und für viele als digitaler Wertspeicher, ähnlich wie Gold.
Was ist Bitcoin? Wie funktioniert Bitcoin? Und warum Bitcoin? Das sind wahrscheinlich drei der häufigsten Fragen, die man sich stellt, wenn man sich noch nicht intensiver mit dem Thema beschäftigt hat. Diese dreiteilige Serie erklärt kurz und hoffentlich verständlich, was es mit Bitcoin auf sich hat. In Teil 1 geht es um die Idee, die Geschichte und die Funktionsweise von Bitcoin.
Tipp: Falls du nicht mit allen Begriffen vertraut bist, die hier vorkommen, findest du die wichtigsten Konzepte in der Übersicht der wichtigsten Krypto-Begriffe.
Was ist Bitcoin?
Bitcoin (BTC) ist eine Kryptowährung. Um genau zu sein, die erste dezentrale Kryptowährung der Welt: Es gibt keine Bank, keinen Staat und kein Unternehmen, das sie herausgibt oder kontrolliert. Sie ging Anfang 2009 online und war eine Antwort auf den großen Finanzmarkt-Crash des vorangegangenen Jahres.
Die Software zu Bitcoin ist in der Programmiersprache C++ geschrieben, und der Code ist als Open-Source-Software für alle einsehbar, damit überprüfbar und nicht geheim. Sie wurde von einem Programmierer (oder auch mehreren) mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelt. Deshalb heißt die kleinste Untereinheit von Bitcoin auch „Satoshi“ oder „Sat“. Ein BTC besteht aus 100 Millionen Satoshi; oder andersherum: Ein Sat entspricht 0,00000001 BTC.
Insgesamt wird es nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Seit März 2026 sind bereits über 20 Millionen davon im Umlauf (Quelle); der letzte Bruchteil wird voraussichtlich um das Jahr 2140 geschaffen.
Eine kurze Geschichte von Bitcoin
Am 31. Oktober 2008, mitten in der Finanzkrise, veröffentlichte Satoshi Nakamoto ein neunseitiges Dokument: das Bitcoin-Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“. Die Idee: elektronisches Bargeld, das direkt von Person zu Person fließt, ohne Bank dazwischen.
Am 3. Januar 2009 startete das Netzwerk mit dem ersten Block, dem sogenannten Genesis-Block. Darin versteckt ist eine Schlagzeile der britischen Zeitung The Times vom selben Tag: „Chancellor on brink of second bailout for banks“ – der Finanzminister steht kurz vor der zweiten Rettung der Banken. Eine deutliche Botschaft, wogegen Bitcoin sich richtet.
Im Mai 2010 bezahlte der Programmierer Laszlo Hanyecz zwei Pizzen mit 10.000 Bitcoin – der erste bekannte Kauf einer Ware mit Bitcoin. Der 22. Mai wird seitdem als „Bitcoin Pizza Day“ gefeiert. Ende 2010 zog sich Satoshi Nakamoto aus der Öffentlichkeit zurück; wer hinter dem Pseudonym steckt, ist bis heute nicht geklärt.
Etwa alle vier Jahre halbiert sich die Menge neuer Bitcoin pro Block – das sogenannte Halving (2012, 2016, 2020 und 2024, mehr dazu unten). 2024 kam Bitcoin endgültig in der klassischen Finanzwelt an: In den USA wurden im Januar die ersten Bitcoin-Spot-ETFs zugelassen, also börsengehandelte Fonds, die echte Bitcoin halten. In der EU gilt seit Ende 2024 die Krypto-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets), die Anbieter von Krypto-Dienstleistungen wie Börsen und Verwahrer einheitlich reguliert.

Welches Problem löst Bitcoin?
In der bestehenden Finanzwelt werden Intermediäre (Mittler) benötigt – wie Banken und andere Finanzakteure –, um Geld zu versenden. Diese dritten Parteien haben damit Kontrolle über den Geldfluss und können diesen auch blockieren oder verweigern. Dieses Problem der Abhängigkeit von Dritten löst Bitcoin und schafft ein System, das Geldtransfers autark und ohne zentrale Kontrollstelle abbildet.
Dafür musste Bitcoin ein Problem lösen, an dem frühere Versuche mit digitalem Geld gescheitert waren: das doppelte Ausgeben (englisch „Double Spending“). Eine digitale Datei lässt sich beliebig kopieren – was hindert also jemanden daran, dieselbe digitale Münze zweimal auszugeben? Im klassischen System prüft das die Bank. Bei Bitcoin übernimmt diese Aufgabe das gesamte Netzwerk: Es führt ein gemeinsames Kassenbuch, in dem jede Zahlung genau einmal steht.
Wie funktioniert Bitcoin?
Kurz erklärt
Das Bitcoin-Netzwerk zeichnet alle Transaktionen der Nutzer in einer Kette aus einzelnen Blöcken – der Blockchain – auf und speichert diese dezentral auf sogenannten Nodes (Knotenpunkten). Dabei wird mithilfe kryptographischer und mathematischer Verfahren sichergestellt, dass Transaktionen und Blöcke gültig sind und Geld nicht mehrfach ausgegeben werden kann.
Das Netzwerk: Nodes
Bitcoin ist ein Peer-to-Peer-Netzwerk („von Gleichgestellten zu Gleichgestellten“): Die Teilnehmer sind direkt miteinander verbunden, einen zentralen Server gibt es nicht. In einem gemeinsamen Kassenbuch („Ledger“) werden alle Bitcoin-Transaktionen aufgezeichnet. Wer das Netzwerk aktiv mitträgt, betreibt einen Knotenpunkt (im Englischen „Node“ genannt), der eine Kopie des gesamten Kassenbuchs speichert und aktuell hält. Fällt einmal ein Knotenpunkt aus, gibt es genügend weitere Nodes, die das gleiche Kassenbuch vorhalten – weltweit laufen Tausende davon.
Hinweis: Um Bitcoin nutzen zu können, muss man nicht Teil dieses Netzwerks sein, also keine eigene (Full-)Node betreiben. Was eine Node genau leistet und wie man selbst eine betreiben kann, erklärt Teil 2 dieser Serie.
Das Kassenbuch: die Blockchain
Die Funktionsweise des Kassenbuchs basiert auf der Blockchain-Technologie. In einer Blockchain werden alle Transaktionen – also Zahlungsvorgänge – in Blöcken erfasst. Ein Block kann eine begrenzte Anzahl an Transaktionen aufzeichnen. Ein abgeschlossener Block wird der Reihe nach – wie Perlen auf einer Kette – an die bereits bestehenden Blöcke gehängt. Damit entsteht eine Kette von Blöcken – die Blockchain –, das fortlaufende Kassenbuch, das alle Transaktionen umfasst. Bei Bitcoin existiert dieses seit dem Start der Bitcoin-Blockchain im Januar 2009 und wird seitdem immer weitergeführt. Rund alle 10 Minuten wird der Blockchain ein neuer Block mit den jüngsten Transaktionen angehängt.
Jeder Block enthält dabei einen digitalen Fingerabdruck seines Vorgängers (einen sogenannten Hashwert, mehr dazu in Teil 3). Würde jemand nachträglich eine alte Transaktion ändern, passte dieser Fingerabdruck nicht mehr – und alle folgenden Blöcke wären ungültig. Sind neue Blöcke an die Blockchain angehängt, lassen sie sich deshalb rückwirkend praktisch nicht mehr verändern.

In den Blöcken werden nie die eigentlichen Kontostände der Bitcoin-Halter erfasst, sondern immer nur Transaktionen bzw. Geldbewegungen. Die Historie aller Transaktionen stellt die eigentliche Währung dar. Möchte man wissen, wie viel BTC man besitzt, wird dies anhand der vorangegangenen Transaktionen berechnet.
Woher neue Bitcoin kommen
Der Ursprung aller Bitcoin ist die sogenannte Coinbase-Transaktion (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Krypto-Börse). Sie steht als erste Transaktion in jedem Block: Darin schreibt sich der Miner, der den Block erstellt hat, die neu geschaffenen Bitcoin gut – plus die Gebühren aller Transaktionen im Block. Miner sind Teilnehmer, die mit spezieller Rechenleistung neue Blöcke erzeugen; wie das genau funktioniert, erklärt Teil 3 dieser Serie.
Die ersten 50 BTC stecken im Genesis-Block, dem ersten Block der Blockchain – kurioses Detail: Diese 50 Bitcoin lassen sich aus technischen Gründen nicht ausgeben. Seitdem schaffen die Miner rund alle 10 Minuten neue Bitcoin. Die Menge pro Block halbiert sich alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre (Halving): Anfangs waren es 50 BTC, seit April 2024 sind es 3,125 BTC, das nächste Halving wird für 2028 erwartet. Weil die Neuausgabe immer kleiner wird, nähert sich die Gesamtmenge der Grenze von 21 Millionen nur noch langsam an. Um das Jahr 2140 sinkt die Neuausgabe auf null: Dann entstehen keine neuen Bitcoin mehr, und die Miner verdienen nur noch an den Transaktionsgebühren.

Das Wichtigste in Kürze
- Bitcoin ist die erste dezentrale Kryptowährung: digitales Geld ohne Bank oder Staat, gestartet im Januar 2009 als Antwort auf die Finanzkrise.
- Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben; über 20 Millionen sind bereits im Umlauf.
- Alle Zahlungen stehen in einem gemeinsamen Kassenbuch, der Blockchain, das Tausende Nodes weltweit speichern.
- Die Blöcke sind über digitale Fingerabdrücke miteinander verkettet und lassen sich nachträglich praktisch nicht ändern.
- Neue Bitcoin entstehen durch Mining; die Menge pro Block halbiert sich etwa alle vier Jahre.
Ausblick
Das war Teil 1 der dreiteiligen Bitcoin-Serie. Weiter geht’s in Teil 2 mit den Themen Bitcoin-Wallet, Transaktionen und Nodes; Teil 3 erklärt Blöcke, Mining und UTXO. Wie und wo man Bitcoin kaufen kann, steht im Artikel Bitcoin kaufen: Schlanke Apps oder klassische Börse?.