Die Krypto-Branche befindet sich im ständigen Wandel. Jeden Tag kommen neue Währungen hinzu, andere verschwinden wieder. Die Kurse steigen von einem Hoch zum nächsten, nur um im Anschluss wieder einzubrechen – Bewegungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit.

Während einige Länder Kryptowährungen streng regulieren oder sogar verbieten – wie beispielsweise China –, führte El Salvador Bitcoin 2021 als offizielles Zahlungsmittel neben dem US-Dollar ein. Inzwischen ist die Annahme dort auch offiziell freiwillig (Quelle); als Bitcoin-Land gilt El Salvador aber bis heute.

Liest man Posts und Kommentare zu dem Thema auf Social Media, fühlt man sich schnell ausgeschlossen – bei der Fülle an selbsternannten Profis und ihren teils widersprüchlichen Aussagen. Die einen lieben Kryptowährungen über alles und halten die Technologie für das Allheilmittel der Finanzwelt. Die anderen lehnen sie komplett ab und sehen den Tag kommen, an dem die Blase platzt und alle ihr Geld verlieren.

Unser zweiteiliges Krypto-Glossar bringt etwas Licht in die Begriffe. Dabei geht es nicht um die Frage, welche Währung gerade angesagt ist, sondern um ein Grundverständnis. Denn an sich sind Kryptowährungen gar nicht so schwer zu verstehen – man muss sich nur ein bisschen Mühe geben. Wo wir einen Begriff in einem anderen Artikel ausführlicher erklären, verlinken wir dorthin.

Teil 1 erklärt die Grundlagen und Bitcoin, Teil 2 Ethereum, Smart Contracts, DeFi und NFTs:

Teil 2 – Ethereum, Smart Contracts, DeFi und NFTs

1. Kryptowährung

Im Kern ist eine Kryptowährung digitales Geld. Kryptographie – genauer: digitale Signaturen – stellt sicher, dass nur derjenige über ein Guthaben verfügen kann, der den passenden Schlüssel dazu hat. Nutzen lässt sich dieses Geld nur über digitale Übertragungswege wie das Internet. Das ist zugleich seine größte Schwachstelle: Fällt die Verbindung aus, kann man damit nicht mehr bezahlen – wie bei anderen digitalen Zahlungsformen auch. Dann bleibt nur noch Bargeld.

Kryptowährungen haben zudem den Ruf, dezentral organisiert zu sein, was allerdings nicht immer zutrifft. Bei Bitcoin, der ältesten und größten Kryptowährung, stimmt es jedoch.

Dezentral organisierte Kryptowährungen kommen ohne Mittelsmänner wie Banken oder Zahlungsdienstleister aus. Sie werden weder von Regierungen noch von Banken oder großen Firmen kontrolliert. Stattdessen verwaltet ein Netzwerk aus Computern (Peer-to-Peer, siehe Exkurs) die Transaktionen in einem verteilten Kassenbuch (Distributed Ledger). So gut wie jeder kann sich an diesem Netzwerk beteiligen; die nötige Software ist meist quelloffen (Open Source).

Das digitale Geld wird direkt zwischen den Beteiligten ausgetauscht. Es lässt sich rund um die Uhr und auch über Ländergrenzen hinweg verschicken – meist recht zügig und mit geringen Gebühren.

Seit dem Erscheinen von Bitcoin im Jahr 2008 haben sich Kryptowährungen – neben Gold – zur größten Alternative zu Zentralbankgeld entwickelt. Inzwischen gibt es Tausende unterschiedlicher Kryptowährungen, und nicht jede davon hält, was sie verspricht.

Exkurs: Peer-to-Peer (P2P)

In einem Peer-to-Peer-Netzwerk sind alle angeschlossenen Geräte gleichberechtigt: Jedes kann Daten anfordern und bereitstellen, ohne auf einen zentralen Server angewiesen zu sein. Fallen einzelne „Peers“ aus, läuft das Netzwerk trotzdem weiter. Eines der bekanntesten frühen Beispiele ist die Musiktauschbörse Napster von 1999: Die Musikdateien wanderten direkt von Nutzer zu Nutzer. Das Verzeichnis aller Songs lag allerdings auf Napsters eigenen Servern – deshalb ließ sich die Tauschbörse 2001 nach einem Gerichtsurteil abschalten. Ein Netzwerk ganz ohne zentrale Stelle, wie Bitcoin, lässt sich so nicht stoppen.

2. Blockchain

Die Blockchain ist das digitale Konto- oder Kassenbuch (englisch „Ledger“), das alle Transaktionen der jeweiligen Kryptowährung erfasst – einzeln und in ihrer zeitlichen Reihenfolge. Das gilt für Zu- und Abflüsse ebenso wie für Umbuchungen innerhalb des Netzwerks.

Technisch gesehen ist die Blockchain eine dezentrale Datenbank, die auf einer Vielzahl von Rechnern im Netzwerk gespiegelt vorliegt. Die Einträge werden in Blöcken (daher der Name) zusammengefasst und an die bestehende Kette angehängt. Jeder kann diese Liste einsehen und überprüfen; bereits geschriebene Blöcke sind praktisch unveränderlich.

Anders als bei einer Goldmünze besitzt deshalb faktisch niemand einen „Coin“. Es ändern sich nur die Besitzverhältnisse innerhalb der Blockchain. Wie die Blöcke miteinander verkettet sind, zeigt Bitcoin erklärt – Teil 1.

3. Node

In dezentralen Netzwerken wie Bitcoin liegen Kopien der Blockchain auf vielen verschiedenen Rechnern verteilt. Jede Node – zu Deutsch Knoten – hält eine solche Kopie vor und damit das Netzwerk am Laufen. Neue Transaktionen und Blöcke prüft jede Node selbst anhand der gemeinsamen Regeln und gibt nur gültige an andere Nodes weiter.

Je nach Aufgabe gibt es unterschiedliche, spezialisierte Nodes, etwa Full Nodes oder Mining-Nodes. Was Nodes genau leisten, steht in Bitcoin erklärt – Teil 2.

4. Konsens-Mechanismus

Der Konsens-Mechanismus ist das Verfahren, mit dem sich ein dezentrales Netzwerk auf einen gemeinsamen Stand einigt – also darauf, welche Transaktionen gültig sind und welcher Block als Nächstes an die Blockchain angehängt wird. In zentralisierten Systemen entscheidet eine zentrale Autorität, etwa eine Bank, über Recht oder Unrecht, Echtheit oder Fälschung. Diese Autorität gibt es hier nicht; stattdessen sorgen feste Regeln dafür, dass alle Teilnehmer zu einer Einigung kommen.

Die beiden bekanntesten Verfahren sind Proof-of-Work, das Bitcoin nutzt (siehe nächster Abschnitt), und Proof-of-Stake, auf das Ethereum im September 2022 umgestellt hat (mehr dazu in Teil 2).

5. Mining und Proof-of-Work

Bitcoin-Mining wird gerne mit dem Schürfen nach Gold verglichen. Anstatt mit der Picke in den Stollen zu ziehen, lösen die Miner eine rechenintensive mathematische Aufgabe. Wer sie als Erster löst, darf den nächsten Block an die Blockchain hängen und erhält dafür neu geschaffene Bitcoin – und zusätzlich die Transaktionsgebühren aller Transaktionen, die in diesem Block stehen. So entsteht neues Geld ohne zentrale Ausgabestelle wie eine Zentral- oder Notenbank.

Dabei dient das Mining in erster Linie gar nicht der Schaffung neuer Bitcoin, sondern der Bestätigung der Transaktionen: Die Miner fassen sie zu Blöcken zusammen und hängen diese an die Blockchain. Die Belohnung ist nur der Anreiz, dafür Rechenleistung und Energie zur Verfügung zu stellen.

Das Verfahren dahinter heißt Proof-of-Work (Arbeitsnachweis): Um die Aufgabe zu lösen, ist viel Rechenarbeit nötig – prüfen lässt sich das Ergebnis dagegen von allen anderen mit einer einzigen Rechnung.

Beteiligen kann sich am Mining jeder. In der Anfangszeit reichte dafür noch ein gewöhnlicher PC, heute sind Spezialgeräte nötig, sogenannte ASICs. Denn die Schwierigkeit der Aufgabe („Mining Difficulty“) passt sich automatisch an die Rechenleistung im Netzwerk an. Eine Art Gefangenendilemma: Würden alle weiter auf veralteter Hardware minen, entstünden genauso viele Blöcke und Bitcoin. Nur weil einige Miner immer bessere Hardware einsetzen, müssen alle, die im Spiel bleiben wollen, nachziehen, um noch eine Chance zu haben.

Mining nutzen neben Bitcoin auch viele andere Kryptowährungen, etwa Litecoin oder Dogecoin. Wie die Rechenaufgabe genau funktioniert, erklärt Bitcoin erklärt – Teil 3.

6. Wallet und Seed-Phrase

Eine Wallet – zu Deutsch Geldbörse – dient der Verwahrung von Kryptowährungen. Genau genommen liegt darin aber nicht das Geld selbst; das existiert immer nur als Teil der Blockchain. In der Wallet liegt der private Schlüssel, mit dem man über das Geld verfügen kann.

Man unterscheidet Software- und Hardware-Wallets:

  • Software-Wallets sind Apps für Computer oder Handy. Sie sind meist leicht zu bedienen, und am Handy hat man sein Kryptogeld immer dabei. Viele moderne Wallets können verschiedene Währungen verwahren. Weil das Gerät mit dem Internet verbunden ist, gelten Software-Wallets als etwas weniger sicher und eignen sich vor allem für kleinere Beträge, auf die man schnell zugreifen will.
  • Hardware-Wallets gelten als der sichere Safe für Kryptowährungen und werden oft für das langfristige Sparen genutzt. Der private Schlüssel verlässt das Gerät nie – auch dann nicht, wenn es mit Computer oder Handy verbunden ist, denn Transaktionen werden direkt auf dem Gerät signiert. Hacker, die Zugriff auf Handy oder PC haben, kommen so nicht an den Schlüssel. Wachsam bleiben sollte man trotzdem, etwa bei gefälschten Webseiten oder manipulierten Empfängeradressen.

Bei der Art der Verwahrung unterscheidet man zwischen „custodial“ und „non-custodial“:

  • Custodial (verwahrt): Ein Anbieter, zum Beispiel eine Kryptobörse, verwahrt die privaten Schlüssel im Namen des Nutzers. Das ist einfacher und vertrauter in der Bedienung, meist reichen E-Mail und Passwort. Gleichzeitig vertraut man sein Geld dem Anbieter an: Geht eine Börse pleite – so geschehen bei FTX Ende 2022 –, sind auch die Kundengelder erst einmal weg.
  • Non-custodial (selbst verwahrt): Der Nutzer hält seine privaten Schlüssel selbst. Das ist die sicherere Variante, verlangt aber mehr Verantwortung und Grundkenntnisse, wie man seine Wallet sichert und im Bedarfsfall wiederherstellt.

Mit dem eigentlichen privaten Schlüssel, einer langen und fehleranfälligen Folge aus Zahlen und Buchstaben, kommt man heute kaum noch in Berührung. An seine Stelle ist die sogenannte Seed-Phrase getreten: 12 oder 24 englische Wörter, aus denen die Wallet alle Schlüssel ableitet. Gebraucht wird sie nur, wenn man die Wallet wiederherstellen muss – wer sie kennt, hat aber vollen Zugriff auf das Geld. Ausführlich erklärt sind Wallets, Schlüssel und Seed-Phrase in Bitcoin erklärt – Teil 2.

7. HODL

HODL (oder eingedeutscht „hodln“) steht für das langfristige Halten von Kryptowährungen – auch dann, wenn die Kurse stark schwanken. Der Begriff geht auf einen Tippfehler zurück: Im Dezember 2013 schrieb ein Nutzer im Forum Bitcointalk bei fallenden Kursen „I AM HODLING“ statt „holding“ (Original-Beitrag). Erst später wurde daraus die Abkürzung „Hold On for Dear Life“, sinngemäß: „Halte durch, als ginge es um dein Leben“.

8. Bitcoin und Satoshi

Bitcoin (Kürzel: BTC) ist die erste Kryptowährung. Erfunden hat sie jemand unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, der sie 2008 im Bitcoin-Whitepaper vorstellte. Zu den ersten Mitstreitern gehörte Martti Malmi alias Sirius.

Ausschnitt aus dem Bitcoin-Whitepaper: Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, Autor Satoshi Nakamoto und die Zusammenfassung (Abstract)
Ausschnitt aus dem Bitcoin-Whitepaper (Screenshot: bitcoin.org)

Bitcoin basiert auf der Blockchain-Technologie: Alle Zahlungen werden dezentral über Peer-to-Peer-Verbindungen verbreitet, über den Konsens-Mechanismus Proof-of-Work bestätigt und in der Blockchain gespeichert. Die Software hinter Bitcoin ist quelloffen und gibt so jedem Einblick in die Funktionsweise.

Auch heute noch wird diese Software weiterentwickelt und verbessert. Die Entwickler können allerdings keine Änderung der Regeln erzwingen. Alle Nutzer – und dazu gehören vor allem die Node-Betreiber und Miner – haben die freie Wahl, welche Software sie verwenden. Um im Netzwerk kompatibel zu bleiben, müssen alle dieselben Regeln befolgen. Nur wenn eine eindeutige Mehrheit eine neue Softwareversion akzeptiert und verwendet, ändert sich das Netzwerk.

Ein Satoshi (Kürzel: sats) ist die kleinste Einheit eines Bitcoins: 1 Bitcoin entspricht 100.000.000 Satoshi (100 Millionen). Ein Satoshi ist damit nur einen Bruchteil eines Cents wert.

Wie Bitcoin entstanden ist und funktioniert, erklärt unsere dreiteilige Serie ab Bitcoin erklärt – Teil 1.

9. Satoshi Nakamoto

Satoshi Nakamoto ist das Pseudonym des Erfinders von Bitcoin, der diese Kryptowährung 2008 ins Leben rief. Er ist Autor des Bitcoin-Whitepapers, mit dem Bitcoin der Welt vorgestellt wurde, und war bis Ende 2010 aktiv an der Entwicklung beteiligt. Danach verliert sich seine Spur.

Wer der echte Satoshi Nakamoto ist, weiß bis heute niemand. Es gibt aber immer wieder Personen, die behaupten, Nakamoto zu sein, oder denen nachgesagt wird, Nakamoto zu sein – belegt ist keine dieser Behauptungen.

10. Halving

Beim Halving (zu Deutsch Halbierung) halbiert sich die Belohnung, die Miner pro Block in neuen Bitcoin erhalten – alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre. Anfangs gab es 50 Bitcoin pro Block, seit dem letzten Halving im April 2024 sind es noch 3,125; das nächste wird für 2028 erwartet. So wächst die Bitcoin-Menge immer langsamer, bis um das Jahr 2140 die Obergrenze von 21 Millionen erreicht ist. Wie sich das auf die Menge im Umlauf auswirkt, zeigt die Grafik in Bitcoin erklärt – Teil 1.

11. Altcoin

Altcoin ist die Kurzform von „alternative Coins“, also alternativen Kryptowährungen. Der Begriff wird für alle Kryptowährungen außer Bitcoin verwendet. Nach dem großen Erfolg von Bitcoin wurden viele weitere digitale Peer-to-Peer-Währungen eingeführt, und täglich kommen neue dazu. Der wohl bekannteste und wichtigste Altcoin ist Ether (Kürzel: ETH), die Währung des Ethereum-Netzwerks (mehr dazu in Teil 2). Zu den wichtigsten zählt heute außerdem Solana (Kürzel: SOL), eine Blockchain, die auf besonders schnelle und günstige Transaktionen ausgelegt ist.

Welche Kryptowährungen gerade die größten sind, zeigt die Rangliste nach Marktkapitalisierung bei CoinMarketCap.

12. Shitcoin

Shitcoin ist ein abwertender Ausdruck für Altcoins. Verwendet wird er meist von sogenannten Bitcoin-Maximalisten („Maxis“), die alle anderen Kryptowährungen außer Bitcoin für einen Scam halten, also für Betrug oder einen Betrugsversuch. Das liegt vor allem daran, dass andere Coins meist zentral aufgesetzt und gesteuert werden. Auch wenn die Netzwerke dann dezentral laufen, werden Entscheidungen auf zentraler Ebene getroffen.

13. Layer 1 und Layer 2

Als Layer 1 bezeichnet man die Basis-Blockchain eines Netzwerks. Bitcoin und Ethereum sind beides Layer-1-Blockchains. Sie bilden die Grundlage, auf der verschiedene Layer-2-Netzwerke aufbauen – etwa das Lightning-Netzwerk bei Bitcoin oder Arbitrum und Optimism bei Ethereum. Alle Transaktionen auf Layer 2 lassen sich auf die Layer-1-Blockchain zurückführen.

Warum braucht man Layer-2-Lösungen?

Die drei obersten Ziele einer Blockchain sind Sicherheit, Skalierbarkeit und Dezentralität. Das sogenannte Blockchain-Trilemma beschreibt den Zielkonflikt zwischen diesen drei Eigenschaften: Eine einfache Blockchain-Architektur kann nur zwei davon gleichzeitig gut erfüllen. Ist eine Blockchain besonders sicher und dezentral, muss sie Abstriche bei der Skalierbarkeit machen. Genau das ist bei Bitcoin und Ethereum der Fall.

Das Blockchain-Trilemma als Dreieck mit den Ecken Sicherheit, Dezentralität und Skalierbarkeit; Bitcoin und Ethereum liegen auf der Seite zwischen Sicherheit und Dezentralität, Layer-2-Netzwerke ergänzen die Skalierbarkeit
Das Blockchain-Trilemma (Grafik: Silver and Bold)

Bitcoin schafft rund 7 Transaktionen pro Sekunde (Bitcoin Wiki), Ethereum etwas mehr. Beide sind damit weit entfernt von einem zentralen Zahlungssystem wie VISA, das nach eigenen Angaben bis zu 65.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann (Quelle). Steigt die Nachfrage nach Transaktionen, steigen auch die Gebühren. Kleinere Zahlungen lohnen sich spätestens dann nicht mehr, wenn die Gebühr den Betrag übersteigt. Als Zahlungsmittel taugt die Kryptowährung dann kaum noch, höchstens als Wertspeicher.

Das Hauptziel von Layer-2-Netzwerken ist es deshalb, den Transaktionsdurchsatz zu steigern, ohne die Sicherheit oder Dezentralität der Basis-Blockchain zu gefährden. Beim Lightning-Netzwerk geschieht das über sogenannte Channels (Zahlungskanäle), über die die Teilnehmer beliebig viele Transaktionen abwickeln können. Wird ein Channel geschlossen, landen nur die Endbeträge als eine Transaktion in der Bitcoin-Blockchain. Damit lassen sich theoretisch Millionen Transaktionen pro Sekunde erreichen – bei minimalen Gebühren.

Von der Logik her ist das übrigens nichts Neues: Auch Kartenzahlungen funktionieren wie eine Art Layer 2. VISA verbucht die einzelnen Zahlungen zunächst im eigenen Netz und gleicht sie erst später gebündelt zwischen den Banken aus. Zählt man das Zentralbankgeld als Basis und das Zahlungssystem der Banken als zweite Ebene, ist VISA sogar ein Layer 3.

Wie Lightning und eine weitere Lösung, das Liquid-Netzwerk, im Detail funktionieren, erklärt Bitcoin erklärt – Teil 3.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kryptowährungen sind digitales Geld: Kryptographie sorgt dafür, dass nur der Besitzer des passenden Schlüssels über ein Guthaben verfügen kann.
  • Die Blockchain ist das gemeinsame Kassenbuch, das viele Nodes weltweit speichern und prüfen.
  • Beim Proof-of-Work konkurrieren Miner mit Rechenleistung um den nächsten Block; Ethereum nutzt stattdessen Proof-of-Stake.
  • Eine Wallet verwahrt nicht das Geld selbst, sondern die Schlüssel – die Seed-Phrase ist ihr Backup.
  • Layer-2-Netzwerke wie Lightning machen Zahlungen schneller und günstiger, ohne die Basis-Blockchain zu verändern.

Ausblick

Weiter geht es in Teil 2 unseres Krypto-Glossars – mit Ethereum, Proof-of-Stake, Smart Contracts, DeFi und NFTs: Teil 2 – Ethereum, Smart Contracts, DeFi und NFTs.